Mein Seminar zum Thema Typologie sorgt auch dieses Mal wieder für reichlich Lacher.

Jürgen zum Beispiel fühlt sich sofort bestätigt, als analytischer IT-Spezialist im Kundensupport. Aber irgendwas beschäftigt ihn.

„Jürgen, gibt es Fragen oder ist ein Punkt für dich unklar?“, möchte ich von ihm wissen.

„Ja Robert, tatsächlich habe ich mich gerade gefragt, wie ich mit den Erkenntnissen über meinen Kommunikationstyp in Kundengesprächen umgehe.

Für den Online-Termin habe ich schon eine richtig coole Idee. Ich gestalte einen virtuellen Hintergrund auf dem meine Kunden lesen:

  1. Drücken Sie sich klar und präzise aus
  2. Nennen Sie Ihre Softwareversion
  3. Beschränken Sie sich auf Fakten
  4. Haben Sie Geduld bei der Lösungsfindung

Aber sag mal Robert, wie mach ich das bei einem persönlichen Gespräch oder am Telefon? Einen Zettel übergeben oder die Punkte dem Kunden vorab sagen, wäre mir zu plump!”

Diese Frage hat unweigerlich zu schmunzelnden Gesicherten und vereinzeltem Gekicher unter den Teilnehmenden geführt.

Peinlich berührt, mit Hilfe suchendem Blick, schaut Jürgen mich an. Natürlich befreie ich ihn sofort aus seiner misslichen Lage.

„Das ist eine gute Frage!“, rette ich Jürgen aus der unangenehmen Situation. „Das Wissen um deine Typisierung ist jedoch nicht dafür gedacht, dass andere sich auf dich einstellen, sondern du dich auf andere.

Hast du zum Beispiel einen sehr empfindsamen Kunden, ist es ratsam, etwas Small Talk zu halten. Und wenn es nur die Frage nach dem Wetter ist. Denn das kommt erwiesenermaßen bei diesem Typ Mensch gut an.“

„Aber dann verstelle ich mich ja!“, gibt Jürgen zu Bedenken.

„Du musst dich nicht zwangsweise verstellen, im Gegenteil, du kannst dies sogar als Vorteil für dich nutzen. Denn, deine Persönlichkeitsstruktur ist etwa zu 2/3 tatsächlich fix, aber 1/3 sind eben flexibel. Das ist dein Spielraum, sich auf den jeweiligen Kunden einzustellen, ganz ohne sich zu verbiegen. Wenn wir beim Beispiel des sensiblen Kunden bleiben, wählst du eine blumige und weichere Ausdrucksweise. Bähm, hast du einen zufriedenen Kunden, der dir gerne und geduldig die benötigte Zeit zur Problemlösung gibt.“

„Ich kann mich also auf meine Kunden „eingrooven“ und trotzdem so bleiben wie ich bin. Cool, danke Robert!“

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