Ich stehe hinter der Bühne. Regungslos und ganz entspannt – scheinbar entspannt
Dann vibriert meine Uhr: Puls wie beim 100-Meter-Sprint.
Ich muss schmunzeln, denn ich weiß: Das ist ein gutes Zeichen.
Nervosität ist keine Schwäche.
Sie zeigt mir, dass ich mein Publikum respektiere. Dass mir der Moment wichtig ist. Dass ich mit Energie und Spannung auf die Bühne gehe.
Ohne Nervosität fehlt die Verbindung. Ich will nicht einfach nur reden. Ich will begeistern. Und das geht nur, wenn ich selbst voll dabei bin.
Was passiert, wenn die Spannung fehlt?
Selbst Koryphäen, die fachlich Großes zu sagen haben,
verlieren an Wirkung – wenn sie ihren Vortrag seit Jahren unverändert halten. Der Inhalt bleibt bedeutend, kommt aber nicht mehr spannend an.
Dann wird’s schwerer, zuzuhören.
Die Energie fehlt. Die Verbindung auch.
Nervosität ist ein Zeichen von Respekt.
Vor dem Thema. Vor den Menschen. Vor der Wirkung.
Ich mag mein Lampenfieber.
Es zeigt mir, dass ich vorbereitet bin. Dass ich bereit bin, etwas zu bewegen.





