„Robert, du bist viel zu taff und direkt! Robert, du bist viel zu verkäuferisch!“ Kommentare, die ich oft in Vertriebs-Coachings bekomme.

Ich gebe zu, in puncto Hartnäckigkeit beim Verkaufen, gehöre ich wohl eher zu den Hardlinern. Das ist jedoch Kinderkram zu meinem „Einkaufserlebnis“ im Media Markt, denn das Personal gleicht einer Spezialeinheit, getrimmt auf Garantieverlängerungen.

Während ich mich gerade für einen 49 Euro Sandwich Maker entscheide, schleicht sich der Verkäufer von hinten an. Lächelnd, bestätigt er meine gute Wahl und bietet mir im gleichen Atemzug die dringend notwendige Garantieverlängerung an. Ich lehne dankend ab. Schließlich handelt es sich nur um ein 49 Euro Produkt. Mein alter Sandwich Maker funktioniert nach 10 Jahren immer noch, sieht nur nicht mehr appetitlich aus.

Der Verkaufsprofi lässt sich davon nicht abschrecken und hat schlagende Argumente. Ich sollte doch bitte nicht vergessen, dass Elektrogeräte qualitativ immer schlechter werden.

Okay, jetzt wird’s mir dann doch zu bunt. Meine erneute Ablehnung fällt nicht mehr so freundlich aus, zeigt aber wenig Wirkung. Ein letzter Angriff von ihm: “Sind sie sich wirklich sicher?“. Nach einem genervten: “JA, ICH BIN MIR SICHER!”, spurte ich zur Kasse.

Die Kassiererin schaut mich an: „Ich empfehle ihnen, eine Garantieverlängerung. Soll ich sie dazu buchen?“ In mir brodelt es, doch lehne ich so freundlich es grad geht, ab. Hinter mir baut sich eine Schlange auf, sie lässt es durchgehen. Puhh, geschafft!

Obwohl ich aktives Verkaufen fordere und wertschätze, halte ich diese aggressive Taktik für geschäftsschädigend. Da diese Verkaufsbelästigung kein Einzelfall ist, führt dieser Verkaufsdruck eher dazu, dass Kunden solche Geschäfte meiden. Online wird mir auch eine Garantieverlängerung angeboten, mein Nein aber mit einem Mausklick akzeptiert.

Welche Erfahrungen hast du mit solchen “Kopfgeldjägern” gemacht?

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